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Anno Domini High Definition

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  • 6 Bewertungen: 3.5




Anno Domini High Definition

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Stilwechsel? Lachhaft!
Subjektive Meinungen, beruhend auf dem eigenen Musikgeschmack, schmerzen nicht nur der Band sondern auch den Hörern - im positiven als auch im negativen Sinne!

Wenn ich hier etwas über die Kritik am Stilwechsel lese, frage ich mich, wie Opeth es all die Jahre geschafft hat nicht vor den Fans zu verzweifeln. Eine Band (vorallem aus dem progressive Bereich) muss sich ja wohl nicht in einem musikalischen Milieu festkleben und ist dann verpflichtet, jegliche Fans mit immer der gleichen Musik zufrieden zu stellen.

Wenn die Jungs von Riverside andere Musik machen wollen, ist das ihre Sache und vollkommen verständlich, da man sicherlich wahnsinnig werden würde, wenn man sich aufgrund der Fans nicht mehr entfalten darf.
Wenn ich das Album mir mehrmals durchhöre kann ich vorallem die Meinung dieser sogenannten "Fans" nicht verstehen.

Außer den Riffs, die nun metallastiger sind, ist kein erhöhter Härtegrad zu erkennen. Die Riffs sind klar "rockig" und nicht "metallig" (siehe Egoist Hedonist). Und der Sänger hat meiner Meinung nach sogar weniger "Schreieinlagen" im Album eingebaut als im ersten(!) Album.
Desweiteren wirkt das Album sehr frisch, da die Synths perfekt mit den modernen Riffs harmonieren. Die melodiereiche Gitarre bringt sich noch besser in das musikalische Geschehen ein und überzeugt mich vorallem durch die Liebe zum Detail. Die ruhigen Parts sind zwar ein wenig reduziert worden, doch mich würde es nicht wundern, wenn auch Riverside bestimmte Phasen hat und mit ruhigeren und härteren Alben folgen wird.

Kritisch könnte ich bei diesem schönen Album nur im Bezug auf die Riffs sein. Ab und zu finde ich die Riffs ein wenig zu technikfrei gehalten. Ein wenig mehr Dynamik oder Tempo könnte noch für mehr Spannungsmomente sorgen.
Ins Auge fällt mir da vorallem vom dritten Album "Beyond the Eyelids", welches einen wirklich feinen schnelleren Part hat und dauernd im Klangbild wechselt.

Nun denn, ich wollte mit dieser Rezension vorallem die "EinSterneRezension" ausgleichen, welche meiner Meinung nach rein subjektiv ist und nichts im Progbereich, wo die Künstler machen was sie wollen, zu suchen hat :-)
Dieses Album hat sicherlich ein 1 zu 1 Metal-Rock-Verhältnis, doch damit kann man sicherlich nichts falsch machen!

 
  Stellenweise zu hart für mein Geschmack
Seit Porcupine Tree nicht mehr die Musik macht, die mir gefällt, bin ich sozusagen auf Riverside umgestiegen. Die ersten zwei Alben fand ich schlichtweg genial.

Das neuste Album von der polnischen Band ist mir allerdings stellenweise zu hart und die ersten drei Lieder werden erst nach mehrmaligem Anhören interessant. Left out allerdings ist ein geniales Track, das mir sofort gefiel. Hybrid Times erinnert stellenweise an Dance With The Shadow, ist allerdings deutlich "elektronischer".

Fazit: könnte besser sein, aber Left out ist genau das, was man von Riverside hofft und erwartet.
 
Leider keine Steigerung!
Seit SECOND LIFE SYNDROME warte ich auf einen würdigen Nachfolger. Doch alles was die guten Jungs aus Polen danach rausgebracht haben, ist nur Mittelmäßig. Auch ANNO DOMINI HIGH DEFINITION kann nicht wirklich überzeugen. Den eingefleischten Riverside-Fans wird diese CD mit Sicherheit gefallen, für mich ist dieses Album zu Melancholisch ausgefallen.
 
  Stilwechsel
So sehr ich von der ersten Riverside CD OUT OF MYSELF begeistert war, so sehr bin ich
von Anno Domini High Definition enttäuscht. Eine Weiterentwicklung konnte ich leider
nicht feststellen, im Gegenteil. Es wurde eigentlich nur die Stilrichtung von Prog-Rock
zur Prog-Metall gewechselt. Auf eingängige Melodien und wunderschöne Gitarren-Soli
wie im ersten Werk wartet man hier vergebens. Ersetzt durch fast durchgehend harte und
melodielose Gitarrengewitter. Einziger Lichtblick ist für mich der Titel LEFT OUT, der auch von OUT OF MYSELF stammen könnte.
Mein Resümee: wer es wie ich gerne etwas melodiöser und weniger hart liebt - Finger weg, wer heftige Gitarrengewitter mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.
 
Prog-Perfektion !!!
Manchmal ist es wirklich eine wahre Freude anzusehen, wie sich eine Band im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt. Ein Musterbeispiel hierfür sind sicherlich die polnischen Prog-Hopefulls von RIVERSIDE, die ihren Sound bei jeder ihrer Veröffentlichungen immer weiter ausgefeilt und in alle Richtungen ausgelotet haben, und mit ihrem mittlerweile vierten Album "Anno domini high defition" ihr bisheriges Meisterstück vorlegen. Das unterscheidet das Quartett um RIVERSIDE-Mainman Dariusz Duda beispielsweise von DREAM THEATER, die seit nunmehr 5 Jahren musikalisch auf der Stelle treten, und denen dabei nicht die geringste Weiterentwicklung gelingen will. Während "Black clouds & silver linings" (DREAM THEATER) über weite Strecken ziemlich uninspiriert und ideenlos vor sich hinplätschert, haben RIVERSIDE sich das Patentrezept für eine mitreißend ausgefeilte Prog-Scheibe zu eigen gemacht, und beweisen dem Hörer in den 45 Minuten, dass sie internationale Vergleiche schon längst nicht mehr scheuen müssen.
Irgendwo in einer Schnittmenge aus PORCUPINE TREE , SIEGES EVEN , CHROMA KEY und FATES WARNING (zu "Inside out"-Zeiten) haben RIVERSIDE ihren Stil nun entgültig gefunden, was "Anno domini high definition" zu einem absoluten Ohrenschmaus macht. Jedoch brauchen Songs wie das orientalisch anmutende "Driven to destruction" , "Hybrid times" oder der tolle Opener "Hyperactive" eine gewisse Zeit, ehe man sich in den Sound-Kosmos des polnischen Quartetts eingefunden hat. Alle Tracks wurden gewohntermaßen sehr vielschichtig arrangiert und kratzen dabei nicht selten an der magischen 10-Minuten-Marke. Wie auch auf den Album-Vorgängern "Rapid eye movement" oder "Second life syndrome" ist also etwas Geduld erforderlich - was aber jeder geneigte Prog-Hörer eh mit einem gewissen sportlichen Ehrgeiz als Selbstverständlichkeit sehen dürfte.
Hat man sich dann aber auf "Anno domini high definition" eingelassen, entwickelt jeder einzelne Songs wahrhafte Ohrwurm-Qualitäten. Charakteristisch für diesen 5-Tracker ist das phänomenal gute Zusammenspiel der vier Musiker, wobei die brettharten Gitarrenbreitwände fast gleichberechtigt neben fein ausgearbeiteten Elektronic-Sounds stehen. Neben zahlreichen treibenden, Headbanging-kompatiblen Parts gibt es immer wieder ruhige Piano-Passagen oder seichte Keyboard-Melodiebögen, die dem RIVERSIDE-Sound stets eine sehr warme Note verleihen. Für weitere Pluspunkte sorgt hierbei Sänger Dariusz Duda, dessen europäischer Englisch-Akzent so sympathisch wie eh und je klingt. Zudem gibt es natürlich auch haufenweise Instrumental-Irrfahrten zu bestaunen, bei denen die Musiker ihre herausragenden technischen Fähigkeiten bestens unter Beweis stellen können. Als Anspieltipp für die Frickel-Fraktion sei an dieser Stelle das überlange Sound-Chamäleon "Egoist hedonist" empfohlen, das neben derben Knüppel-Parts und Tempowechseln auch mit einer waschechten Bläser-Section aufwarten kann. Superbe !!!
Und für alle hoffnungslosen Melancholiker unter den Prog-Fans gibt es mit dem göttlichen Melodiewunder "Left out" einen der wundervollsten Songs des Jahres zu entdecken, bei dem RIVERSIDE atmosphärisches Gänsehaut-Feeling auf Weltklasseniveau zelebrieren. Zum heulen genial...
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass dem polnische Quartett mit "Anno domini high definition" eine grandiose Weiterführung ihrer bisherigen musikalischen Karriere gelungen ist. Im Genre der progressiven Rockmusik gibt es nur sehr wenige Bands, die es problemlos schaffen, von Album zu Album moderner zu werden, ohne dabei ihren traditionellen Sound zu vernachlässigen. RIVERSIDE ist dies jedoch (erneut!) mit Bravour geglückt, weswegen "Anno domini high definition" ein absoluter Pflichtkauf für alle eingefleischten Prog-Fans ist. Zusammen mit "Insurgentes" (STEVEN WILSON) und "The incident" (PORCUPINE TREE) ist diese Scheibe zweifellos die größte Prog-Sternstunde des Jahres !!!